No Limit Texas Holdem ist in meinen Augen das wohl spektakulärste Kartenspiel dieser Welt. Man braucht nur Minuten um es zu lernen aber ein Leben lang um es zu beherrschen. Dieser Blog widmet sich dem Thema Poker und wird vom Autor aus Liebe zum Spiel und zum Spass an der Sache betrieben.
Dienstag, 29. Mai 2007
Superduperfinale
Als Vorbereitung bin ich am Sonntag Abend relativ früh schlafen gegangen und Montag früh bereits um 6 Uhr in der Morgendämmerung mit Emil zwei Stunden spazieren gegangen. Ich wollte meinen Kopf komplett frei haben und mich ausschließlich auf mein Spiel konzentrieren. Um 11 Uhr soll es starten. Ich erscheine bereits um 10.30 weil ich immer gern etwas früher da bin um nicht hektisch auf die letzte Minute zu erscheinen und dann abgehetzt ins Turnier zu starten.
Da ich mich gut kenne und weiß das ich ab und an am Pokertisch gern quatsche und meine Konzentration flöten geht, nehme ich mir vor mit Ipod zu spielen um mich wirklich nur auf das Spiel zu konzentrieren.
Es sind insgesamt 38 Spieler. Zwei sind nicht erschienen (verschlafen) und die anderen sind mehrmals auf die Plätze 1-3 gekommen. Diese starten mit einem höheren Stack.
Mit leichter Verspätung startet das Turnier. Ich sitze auf Platz 1, meinem Lieblingsplatz und tauche in meine eigene Welt ab - höre Billy Joel zu beobachte das Spielgeschehen. Bekomme bescheidene Karten und warte. Im zweiten Bildlevel (50/100) – ich sitze im BB bekomme ich 8-8 auf die Hand. Vier oder Fünf Spieler limpen in den Pot. So denke ich, jetzt Attacke. Also Raise auf 400. Bassier callt mich, sein Nebenmann ebenfalls. Alle anderen gehen raus. Mit zwei Callern hätte ich nicht gerechnet und muß mich nun aber schnell mit der neuen Situation anfreunden. Ich setze Bassier auf A-Q oder K-Q. Der Flop bringt J-4-J. Jetzt gehen mir ungefähr eine Million Gedanken in bruchteilen von Sekunden durch den Kopf. Wenn ich jetzt checke, dann zeige ich Schwäche und verliere den Pott. Wenn ich jetzt All-in gehe und irgendeiner der beiden hat einen Jungen dann bin ich aus dem Turnier. Ich entscheide mich für einen Bet von 300. So denke ich, wenn die Herren nichts getroffen haben dann gehen die jetzt raus. Fehlanzeige. Bassier callt und sein Nebenmann foldet. Also nur noch zu zweit. Turn bringt irgendetwas unwichtiges und ich stehe schon wieder vor der Entscheidung was jetzt zu tun ist und mir scheint das Logische einen continuation Bet von 300 anzusetzen. Bassier callt mich wieder. Ach Schreck. Schon wieder gecallt. River bringt wieder etwas unwichtiges und ich gehe mit meinem Rest All-in. Bassier callt und dreht seine beiden 10nen um. Pocket 10nen hatte er. Darauf hatte ich ihn ja nun gar nicht eingeschätzt.. So ein Mist. Ich bin erledigt. Raus aus dem Turnier. Nicht in Vegas. Eigentlich bin ich nirgendwo. Ich bin sehr enttäuscht von meiner Spielweise und ärgere mich so sehr über mich selbst das ich erstmal eine Runde um den Block gehen muß bevor ich wieder unter Menschen gehen kann. Scheiss Ipod. Alles Scheisse. David, sonst machst Du nicht so einen Mist – Warum ausgerechnet bei einem so wichtigen Finale? Dann kommen auch noch die ganzen Leute und es kommen die Fragen. „Wie David – schon raus? – nein ich laufe immer bei Turnieren zwischenzeitlich einmal um den Block um mich zu entspannen.
Dann gibt es noch eine andere Variante die mir sagen will Du hast scheisse gespielt: „Hmm, David…. da lagen ja einige Overcards“ . Ja, vielen Dank. Ich habe die Karten auch gesehen. Ich saß sogar direkt davor.
Das Schlimme ist nur, dass ich ja weiß das ich die Karten falsch gespielt habe und alle Leute mit Ihren Kommentaren ja recht haben und ich jetzt erstmal in die Pokerschule von Germanbulldog muß ;-)
Also, wieder nix mit Vegas :-(
Freitag, 25. Mai 2007
Donnerstag Abend
So richtig mag ich das Fishhooks eigentlich nicht. Irgendwie ist der Laden so dunkel und leicht versifft. Nicht doll – aber eben genug das ich den Laden nicht uneingeschränkt weiterempfehlen würde. Hat halt noch den Charme einer etwas düsteren Kneipe. Aber was solls – ich bin a froh das die Macher den ersten Pokerclub Hamburgs überhaupt aufgemacht und zum Laufen bekommen haben und wenn gute Leute da sind kann man durchaus einen sehr vergnüglichen Abend erleben.
Ich mache mich also auf den Weg. Parkplatz rappelvoll. Über die provisorische Treppenkonstruktion die jedes Mal etwas instabiler wirkt - ab in die Zockerhöhle. Es stehen zwei Leute herum und es laufen zwei Tische. Ich trage mich auf einem regulären Tisch als siebter auf der Liste ein. Tisch beginnt sobald 10 Mann eingetragen sind.
Ich treffe Dirk B. der an seinem Tisch schon Zuschauer war. Wir plauschen und warten darauf unseren Tisch zu spielen. Es fehlt nur noch eine Person. Dann kommen zwei Superschlauberger hinein und tragen sich auf der gleichen Liste ein. Sprich: Der zweite Typ hat auf dem Anmeldebogen noch handschriftlich Platz 11 hinzugemalt und auf einmal sollen wir zu elft spielen. Ich lege energischen Protest ein. „Schon eng genug an den Tischen und für 15 EUR hab ich keine Lust mit 11 Mann zu spielen“ – Barkeeper schaut etwas hilflos und schiebt es auf den Dealer. Der wiederrum ist grad nicht zu finden. Ich habe wirklich keine Lust und gebe meine bereits gekaufte Spielkarte zurück und bekomme mein Geld zurück. Dann setzt Dirk noch mal nach und erklärt dem Barkeeper das der elfte Mann eigentlich auf den nächsten Tisch warten muß. Dann taucht der verschollene Dealer wieder auf – bestätigt Dirks Aussage und die Karte vom elften Mann wandert wieder zu mir und mein Startgeld wieder an den Barkeeper. So – das hätten wir dann.
Das Spiel verlief eher unspektakulär. Ich verlor über 50% meines Stacks im zweiten Spiel. Hab 9-9 sehr aggressiv mit 400 angespielt - einen Mitspieler gefunden. Flop K-7-6. Ich setze 400 an. Er callt, hat aber meiner Ansicht nach nix getroffen. Die im Flop gedrehte 10 wird wieder von mir mit 400 angespielt und ich kassiere ein Allin raise von meinem Mitspieler. Ich glaube ihm die 10 und folde. Netterweise zeigt er mir seine 10 die er auf der Hand hält (was ich übrigens nicht gemacht hätte – ich zeige nur Karten als taktisches Mittel). Rest des Spiels ist als eher unwichtig einzustufen und ich war dann irgendwann raus aus dem Match.
Mein zweiter Tisch war durchaus spannender. Ich mache mal einen Sprung bis ins HeadsUp. Dort sitze ich einem Nils gegenüber. Beide etwa gleichviel Chips. Es ist irgendwie ganz knisternde Spannung. Wir reden kein Wort. Ehrlich. Wir haben 3 Blindlevels im HeadsUp gesessen und außer Call, Raise, Bet, Reraise, Fold nicht ein Wort miteinander gewechselt. Es war schon fast unheimlich. Etwa 8 Zuschauer, die irgendwie auch nichts gesagt haben. Wenn die Zuschauer was gesagt haben, dann nur flüsternd. Sie wollten uns nicht stören. Fand ich irgendwie cool. Innerlich kam ich mir so vor als seien 9 Kameras auf uns gerichtet und das Finale von irgendeinem großen Event würde gerade übertragen. Beide haben sehr straight ihr Spiel gemacht, dabei aber keine spektakulären Moves gewagt. Nils ist ein guter Spieler und es macht irgendwie Spass gegen ihn zu spielen. Ich verliere letztendlich gegen Nils und war danach dennoch zufrieden (obwohl ich eigentlich nie zufrieden bin wenn ich verliere). Meine Leistung war ok und ich hatte einen spannenden Abend.
Dienstag, 22. Mai 2007
WSOP Main Event Satellite in HH!!!!!!
Wer von uns träumt nicht davon bei diesem Mega Event dabei zu sein? Ich glaube jeder Pokerspieler und möge er noch ganz am Anfang stehen träumt davon bei diesem Event mitzuspielen. Es sollen in diesem Jahr über 10.000 Teilnehmer werden die um Ruhm, Ehre und viel Geld über eine Woche lang checken, raisen, folden und all-in gehen. Anfang Juli ist es so weit. Die ganze (Poker-) Welt schaut nach Las Vegas, Nevada.

Und wir können nicht nur nach Vegas schauen, sondern selbst teilnehmen! Pokerroom Hamburg bietet ein Satellite-Event an!
Hier die Fakten die ich recherchieren konnte:
Am 02./03.06. werden ganztags Qualitische gespielt. Location ist die White House Lounge im Bunker. 2000er Stack. Blinds alle 10 Minuten. Teilnahmegebühr 25 EUR. Jeder Tischsieger ist für das Finale (oder wie Herbert immer sagt: Endkampf) am 03.06. qualifiziert.
Ergänzung 23.05.: Hier gibts die Infos von Pokerroom
Maximal 99 Teilnehmer können sich für die Teilnahme am Finale Qualifizieren, das dann am 03.06. am Abend stattfinden soll. Das Finale wird als MTT (Freezeout) gespielt. Blindlevelzeiten stehen noch nicht fest, sollen aber länger als sonst sein. Ich schätze mal die werden bei 15 Minuten landen. Mit Chance 20 Minuten.
Der Gewinner des Turniers erhält das buy in fürs Main Event der WSOP (10.000 US$ ) + 1.000 US$ für die Travel & Hotelkosten. Für die folgenden Ränge sollen aber auch noch attraktive Preise geboten werden die zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht feststehen würden.
Mehr weiß ich zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht, aber wie ich finde ist das schon sensationell.
Sobald ich mehr weiß werde ich entsprechend posten.
Wikipedia: WSOP
Pokerpause..... nein das geht nicht
"Emil"
Um 18.42 mache ich dann Feierabend und eigentlich weiß ich genau das ich spätestens um 20.15 in Wandsbek auf der Matte stehen würde. Soviel zu Pokerpause. Ich fahre also ins Amtrak. Auf dem Weg rufe ich Dirk an und bestelle schon mal eine Platzkarte bei ihm. 20.11 bin ich dann da. Dirk und ich quatschen erstmal dummes Zeug und warten auf unseren Tisch (nur 3 Tische aufgebaut). König und Manni Lerner sind auch vor Ort. Es dauert lange bis wir spielen können. Gefühlt eine Stunde, war aber bestimmt weniger.
Montag, 21. Mai 2007
Bubble Boy
Ich bin in der Rangliste auf Platz 4 und erhalte einen erhöhten Chipcount http://pokerroom-hamburg.de/news.php?id=13 . Habe mir fest vorgenommen zu gewinnen. Will nach Vegas. In mein Heimatland und mit den anderen bereits Vegasqualifizierten eine schöne Woche verbringen. Mein Tipp vor dem Turnier wäre Sieg auf mich und Oli Niemann auf Platz 2. Wir werden sehen.
Turnierstart. 2 Tische a 9 Leute. Blindlevel alle 15 Minuten. An meinem Tisch nur bekannte Gesichter. Schmiddel, Monika, Anja, Ender, Dirk, Stefan, Seba. Wir kennen uns alle. Wissen wie wir spielen. Können einander in gewisser Weise einschätzen. Es ist anders als sonst an den "normalen" Qualitischen. Es ist irgendwie angespannter. Nicht unangenehm. Es geht halt um was. Alle spielen tighter als sonst. Es dauert länger als sonst bis der erste gehen muß. Ich halte mich auf Average mache aber keine grossen Sprünge. Keine spektakulären Blätter an unserem Tisch.

Nur noch 9 Leute im Turnier - die Plätze für den Final Table werden ausgelost. Ich bin ziemlich genau Average. Kurze Vorstellung der Leute am Final Table:
Platz 9: Inselmann - Habe über Inselmann schon in einem vorigen Post berichtet. An diesem Finaltag war er eher ruhiger als sonst und machte den Eindruck als spiele er heute mal nicht den üblichen All-Inselmann-Style. Er kam als Chipleader an den FT.
Platz 8: Seba - guter Spieler. Ich spiele gern mit Seba. Wir haben uns schon sehr oft gegeseitig Jetons abgenommen. Sein Lieblingsspruch: "Nein, checken reicht nicht! ;-)
Platz 7: Herbert - mag ich sehr gern. Ist schon etwas älter und bei jedem Turnier dabei. Habe einen Tell auf Herbert ;-)
Platz 6: Ender - Supersympathischer Kerl mit dem ich gern quatsche. Hat in den letzten Wochen einen leichten Downswing und qualifiziert sich nicht immer fürs Finale, aber ein ernstzunehmender Gegner am Tisch.
Platz 5: Anja - Frauen finde ich grundsätzlich schwerer einzuschätzen als Männer aber Anja steigt meist ein wenn sie gute Starthände hat. Anja spielt schon sehr lange. Ich schätze Anja und mag ihr Spiel. Manchmal redet Sie ein bißchen viel - aber immer süß dabei
Platz 4: Andreas - Andreas ist auch fast bei jedem Turnier dabei und hat immer einen guten Spruch auf den Lippen und lustige T-Shirts an "I fold for Sex". Bei Andreas muß man aufpassen. Schwer einzuschätzen.
Platz 3: Oli - ME der beste Spieler bei Pokerroom. Konstant gute Leistungen und ebenfalls sehr schwer einzuschätzen.
Platz 2: Ich.
Platz 1: Schmiddel - eine reine Frohnatur. Wirklich bei jedem Turnier dabei und sorgt immer für gute Stimmung. Ich bin sehr gern mit Schmiddel am Tisch und mache mit ihm auch sehr gern kleine Nebenwetten. Er ist Zocker durch und durch. Sein Spiel ist genauso. Manchmal riskiert er sehr viel mit schlechten Blättern und callt obwohl man nicht callen sollte.
Anja gewinnt die Buttonverlosung und der FT startet. Blinds 400/800. Ersten beiden Spiele bekomme ich nix auf die Hand. Dann bekomme ich 5-5. In den ersten beiden Runden ist nichst passiert und ich raise in früher Position auf 1.600. Im Moment als ich den Raise ausgesprochen habe wusste ich das das wohl ein Fehler war. SB in diesem Fall Herbert callt. Seba im BB geht All-In mit 2.850. Ich muß also 1.250 nachlegen und denke das ich jetzt eigentlich lieber folden sollte. Mache ich aber nicht. Ich calle. Herbert geht dann auch All-In mit insg. 3.150 also muß ich nochmal 300 nachlegen. Ich zeige 5-5, Herbert J-7 und Seba kassiert den Pot mit seinen K-K. Herbert muß gehen und ich bin shortstacked. Ich hätte die Hand nie spielen sollen oder zumindest nach dem All-in raise folden sollen!
Ich schaffe es nochmal auf ca. 7.000 und es kommt eine entscheidene Situation mit Schmiddel. Schmiddel im BB - ich also UTG. Bekomme 7-7 und calle. Alle anderen folden. Flop 6-8-10. Schmiddel macht einen Bet auf 2.000. Ich denke lange nach und da ich Schmiddel kenne glaube ich er sitzt auf zwei Highcards und raise All-In. Schmiddel denkt nicht lange nach und callt (wir haben zu diesem Zeitpunkt etwa beide gleichviel Jetons). Schmiddel dreht K-7 um. Ich freue mich über meinen move und hoffe das kein K mehr gedreht wird. Ein J wird auf dem Turn gezeigt und zu meinem entsetzen kommt die 9 auf dem River. Splitpot! Ich hätte ihn vom Tisch genommen. Aber es kam alles anders.... Es begann die unglaubliche Serie des Schmiddel.
Nach dieser Hand konnte Schmiddel niemand mehr aufhalten. Noch 6 Leute am Tisch. Schmiddel BB, ich folde, Oli geht All-In, Andreas geht auch All-In und Schmiddel? Was macht Schmiddel? Er callt. Oli zeigt A-K, Andreas A-9 und Schmiddel zeigt J-10. Der Flop bringt Schmiddel noch zwei weitere 10nen und wir sitzen nur noch zu viert im Turnier. Als nächstes Opfer hat Schmiddel dann noch Inselmann vom Tisch genommen und stehe also kurz vorm Bubble und sollte zum ersten mal erleben wie es ist so kurz vorm Ziel zu velieren. Ich gehe mit Pocket 6ern All-In und Schmiddel callt (natürlich). Er zeigt A-3 - trifft natürlich das A im Flop und ich bin der Bubble-Boy mit nix in der Hand ausser einem dritten Platz und grosser Enttäuschung. Das HeadsUp hat dann auch nicht mehr lange gedauert und Anja sollte Schmiddels letztes Opfer des Tages sein. Er gewinnt das Turnier und hat bereits sein zweites Ticket für Vegas in der Tasche.
Glückwunsch Schmiddel

Casino Esplanade

Jetzt konnte es eigentlich losgehen haben alle gedacht und brav auf den zugelosten Plätzen gesessen. Doch jetzt begann das Warten. Keiner wusste so genau warum es denn jetzt nicht losgeht bis dann die ersten Infos an die Tische kamen: Da sonst immer oben gespielt wurde und heute ausnahmsweise im Spiegelsaal seien wohl einige Gäste in den oberen Etagen auf der Suche nach dem Turnier. Hmm. Ich fragte mich wie kann das eigentlich passieren. Wenn man irgendwo hinkommt fragt man doch erstmal wo findet das Turnier statt und sucht nicht planlos herum, aber es stellte sich wohl heraus das selbst Casinopersonal nicht genau wusste wo denn nun das Turnier stattfinden sollte. Die fehlenden Teilnehmer wurden dann doch noch irgendwann gefunden und in den Spiegelsaal geführt. Jetzt waren wir aber auf einmal 24 Leute. Hmmmm. Was denn nun? Also - erstmal entscheidet der Floorman (in diesem Fall eine nette Dame) das nun 3 Tiche gespielt werden.
Also alle bereits sitzenden Teilnehmer bekommen erstmal ihre 55 EUR zurück. Dann werden 3 Tische aufgemacht und alles wird neu ausgelost. Das kostet natürlich alles Zeit. Ich ziehe also wieder eine Platzkarte und bekomme auf wundersame Weise den gleichen Platz. Alles gut. Da wir ja jetzt weniger Leute am Tisch waren mussten wir mehr zahlen was einige Gäste echt genervt hat ("Wir waren pünktlich da und nur weil manche Leute nicht in der Lage sind den Spiegelsaal zu finden müssen wir jetzt mehr zahlen"). Dafür wurde dann aber Versprochen das der nächste Drink aufs Haus gehen würde. (Was in Endeffekt nicht geklappt hat, weil die Servicekraft von einer solchen Vereinbarung nichts wusste) Mir war es relativ egal, weil ich froh war überhaupt noch an diesem letzten Termin einen Platz bekommen habe.
21:12 Uhr Endlich Turnierstart. Rechts neben mir Jürgen und links neben mir Achim. Beides bekannte Gesichter und nette Leute mit denen man viel Quatsch und Trashtalk am Tisch machen kann. So war es dann auch. Wir haben so viel gesabbelt und gelacht das ich mich überhaupt nicht konzentriert habe und echte Gurkenblätter gespielt habe (dazu auch noch schlecht). Jürgen ging dann irgendwann mit TopPair TopKicker gegen Strasse oder Flush vom Tisch (ich glaube so war es) und ich folgte dann nicht viel später gegen K-K und hab mal wieder festgestellt, dass man sich echt konzentrieren muß wenn man pokert. Egal - es war nichtsdestotrotz ein sehr netter und spassiger Tisch den am Ende Achim für sich entscheiden konnte. Glückwunsch Achim! Hab mich echt für Dich gefreut.
Klaus war noch etwas länger an seinem Tisch zugange hat dann aber auch irgendwann die Segel streichen müssen. Er hat aber mit seinem Spiel nicht unzufrieden also hatten wir beide noch so gute Laune das wir uns entschieden haben oben Cashgame zu spielen. Achim wollte nachkommen und wir konnten Jürgen überreden auch mit an den Cashgame-Tisch zu kommen.
Das hört sich vielleicht für langjährige Pokerspieler alles ganz normal an. Erstmal Turnier - dann Cashgame. Aber für mich und auch Klaus ist das nochmal mit einem extraschub Adrenalin verbunden, denn wir beide spielen noch nicht so lange und sind auch beide nicht reich. Beim Cashgame geht es halt um echtes Geld (und alle am Tisch haben idR mehr davon als wir) mit einer ganz anderen Spielweise als bei Turnieren. Ich hatte bereits meine erste Feuertaufe beim Cashgame in der Esplanade (Gewinn: 4-stellig) und von daher war es für mich nicht das erste mal. Im Fahrstuhl nach oben diskutieren Jürgen, Klaus und ich die Strategie: Dr. Beton, Stahlbeton, Max Mörtel Style soll es für den restlichen Abend sein. Nur so glauben wir gegen die Übermacht an finanziellen Mitteln gewappnet zu sein.
Wir drei alle nebeneinander. Piotr (ebenfalls uns bekannt vom Pokerroom HH) auch am Tisch. Rest unbekannt mit zum Teil 800-1500 EUR an Jetons vor sich. Wir alle nur 200 am Start (außer Klaus - der muß natürlich gleich 500 bei seinem ersten Cashgame aufziehen) Erstes Spiel: ich bekomme 4-4 auf die Hand. Calle nur. Klaus direkt hinter mir raise auf 24. Hmmm. Ich frage mich wieso raist der denn jetzt und überlege die 24 zu zahlen um den Flop zu sehen, entscheide mich aber dagegen weil ich im ersten Spiel (und dann auch noch gegen Klaus) keine Lust habe 24 für 4-4 auszugeben. Flop kommt 4-K-10 und ich ärgere mich innerlich bis in unermessliche das ich den Raise nicht gezahlt habe. Egal. Weitere Aktion am Tisch. Klaus setzt 50. Ich denke wow. Vielleicht A-K auf der Hand und ich hätte ihn mit meinem Set ausbluten lassen. Klaus kassiert einen Raise und callt. Turn und River weiß ich nicht mehr so genau. Auf jeden Fall ca. 350 im Pot. Showdown. Der andere hatte den König getroffen und Klaus dreht K-K um. Mann bin ich froh das ich gefoldet habe und freue mich für Klaus das er einen schönen Pot gemacht hat. Das geht ja gut los. Na ja ich spiele kaum Blätter. Jürgen spielt da schon ein vielfaches mehr und verdoppelt seine 200 sehr schnell und liegt glaube ich so bei knapp 500 als ihm kurze Zeit später zwei Hände wieder auf Null runterbringen. Jürgen verlässt den Tisch.
Dann kam ein Move von Klaus der ihm wahrscheinlich noch lange in Erinnerung bleiben wird. Er Q-Q auf der Hand. Raise. 4 Spieler. Flop 9-K-6. Vor Klaus wird gesetzt. Klaus raist und die beiden setzen noch hinundher und im Endeffekt ist der Pot bei ca. 300 Turn brachte noch eine 6 und River eine unwichtige Karte. Klaus dreht seine Damen um und sein Gegner K-6. Full House.
Sehr teuer mit dem Lerneffekt auch mal ein gutes Blatt bei einem "schlechten" Flop wegwerfen zu müssen.
Achim wird noch lange von 7nen träumen
Achim hat am Table einige gute Pötte gemacht und ist Fett im Plus. Er hatte Jürgens Platz eingenommen und sitzt direkt vor mir. Fast alle limpen in den Pot. Ich bin nicht sicher, aber ich glaube Achim setzt einen MiniRaise an. Danach Reraist einer auf 80 EUR - Der wiederum bekommt einen ReReRaise von Mr. Geld auf 300 EUR. Mr. Nicht-ganz-so-viel-Geld callt, genau wie Ich-hab-auch-viel-Geld und auch noch ein paar 500er in bar dabei callt auch. Ich hab den ersten Raise schon nicht mehr bezahlt und schaue mir das ganze aus der Ferne an. Achim überlegt lange und foldet. Es sind jetzt schon 1.000 EUR im Pot. Flop bringt 10-7-7 (gefühlsmäßig beisst Achim gerade in die Lederauflage des Tisches wie er mir erzählt, denn er hat irgendwas & 7 weggeworfen). Mr. Geld neben Klaus geht mit über 1.800 EUR All-In und es gibt einen caller. Turn bringt die vierte 7 und Achim hätte die Meganuts gehabt. Wie auch immer. Mr. Geld dreht 10-10 und der andere 6-6. Schwups hatte Mr. Geld gleich noch viel mehr Geld.
Wir waren ca. 3,5 Stunden am Cashgametable. Ich habe vier oder fünf Hände gespielt und bin mit mittlerem dreistelligen Plus gegangen. Klaus hat ebenfalls (niedriges einstelliges ;-) Plus gemacht und wir hatten einen spannenden Samstag Abend. Wir haben den Abend noch an der Casinobar mit ein paar Drinks ausklingen lassen und ich war dann gegen 4 Uhr im Bett.
Freitag, 18. Mai 2007
Vatertagspokern
Am Vatertag wurde in der White House Lounge gespielt. Weil Feiertag wurde mit den Qualitischen bereits um 11 uhr gestartet. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen Punkt 11 Uhr auf der Mattes zu stehen und ganz entspannt meinen ersten Tisch zu gewinnen um den Rest des Tages ganz beruhigt weitere Ranglistenpunkte zu ergattern und mit befreundeten Zockern dummes Zeug zu quatschen.
Leider habe ich die Rechnung ohne Lotto King Karl gemacht. Am Vorabend zum Vatertag gabs das traditionelle erste OpenAir Konzert von Lotto im Stadtpark. Leider war es ein sehr feuchtfröhlicher Abend der durchaus länger als geplant wurde inkl. Karaokeauftritt in der Thai Oase - kurzbesuch im Thomas Read - Abstecher ins Albers Eck - letzte Drinks im LaPaloma und final noch eine Pizza im Bella Italia to go (die ich mir dann letztendlich mit meinem Hund geteilt habe) . Es war also irgendwie 4 oder 5 Uhr und ich erwachte gegen 11 Uhr mit sehr starken Kopfschmerzen.
Mit leichten Anlaufschwierigkeiten war ich dann gegen 14 Uhr in der White House Lounge und konnte auch gleich meinen ersten Tisch spielen. Dealer Patrick, 2 Leute die ich schon öfter bei Pokerroom gesehen habe und sonst nur neue Gesichter. Schön dachte ich: muß ich wenigstens nicht quatschen (hätte ich glaube ich eh nicht gekonnt). Also beruhigt zurücklehnen, Cola Light schlürfen und tight-agressive spielen. Aber nach 7 Blättern in Folge die ich brav gefoldet habe wurde mir schon etwas langweilig (nicht quatschen und dummes Zeug sabbeln und nicht spielen ist irgendwie doof) also entschied ich mich 10-7 suited aus dem BB inkl. vorherigem Raise auf 300 zu spielen. Also insgesamt zwei Spieler. Flop bringt K-10-3 rainbow. Ich spiele 200 an - raise auf 500 ich calle weil ich ihm den K nicht abnehme. Turn bringt 8. Ich wieder 200 - er raise auf 1000. Ich calle. River bringt 6. Ich wieder 200. Er callt und zeigt A-6. Da war ich dann erstmal zufrieden das ich ihn richtig gelesen habe und hatte meinen Startstack von 2000 fast verdoppelt. Da ich wirklich nicht besonders Fit war habe ich dann viel zu viele Blätter (schlecht) gespielt und war wieder runter auf 800, so dass es kurzzeitig so aussah als würde ich meine Serie von 4 Mal Tischgewinn beim ersten Spiel des Tages nicht fortsetzen können. Aber schließlich landete ich mit ca. 4000 ggü. 14.000 im Heads up und konnte den Tisch dann doch noch gewinnen. Also Serie mit 5 mal in Folge ersten Tisch gewonnen verteidigt und ausgebaut, 3 Ranglistenpunkte gemacht und qualifiziert für das Tagesfinale, dass lt. Fred erst spät starten würde. Also ab nach Hause und entspannen.
Abends bin ich gegen 21 Uhr wieder in den Bunker gefahren und hab vor Beginn des Tagesfinales noch einen der letzten Tische ergattert und wollte eigentlich ganz gemütlich noch einen Tisch vor dem Finale spielen. Falsch gedacht, denn ich saß direkt vor Inselmann.... Inselmann ist ebenfalls ein regelmäßiger Teilnehmer bei Pokerroom und ein super netter Kerl. Allerdings ist seine Spielweise eher als loose-aggressive-crazy-ich raise mit 3-4 offsuit gern all-in und treffe dann ein full house-oder floppe die Straight Typ. War also nix mit gemütlich. Bin gegen Inselmann dann auch recht schnell rausgeflogen und hab mir dann noch bei einem HeadsUp zwischen Anja und Sandra die Zeit bis zum Finale vertrieben.
Irgendwie habe ich die Tagesfinalseuche an den Hacken. Ich qualifiziere mich fast immer und Abends im Finale reisse ich wirklich nichts. Meine besten Platzierungen waren bislang: Platz 5, 7,8,9 und 10. Also nix dolles. Das sollte sich am Vatertag ändern. Ich hatte schon den ganzen Tag dieses Gewinnergefühl. Vorgenommen hatte ich mir nur Topblätter sehr aggressiv zu spielen.
67 Teilnehmer im Tagesfinale. Der absolute Rekord. Bislang war das größte Tagesfinale mit 55 Leuten ausgespielt worden. Egal habe ich am Ende eben mehr 5.000 er Chips als sonst und es dauert halt etwas länger bis zum Sieg dachte ich mir.
Falsch gedacht. Nach 15 Händen bekomme ich am Button A-K off raise auf 400 bekomme einen Mitspieler. Flop bringt Q-8-7 und Mitspieler legt mir einen Bet von 1.000 vor die Nase. Ich folde und habe nur noch ca. 1.500 Chips und ärgere mich mal wieder über Anna Kournikova. Dann komme ich mit einer zusammengebastelten Strasse noch mal auf 2.850 hoch aber ab dann gehts nur noch abwärts. Bekomme keine Karten auf die Hand - wenn ich im BB bin bekomme ich grundsätzlich bescheidende Karten und einen dicken Raise vor die Nase gesetzt und blinde mich so langsam runter. Ein All-in von mir mit 9-9 verliere ich gegen A-J gegen einen Shortstack und bin dann bei Blinds 400/800 mit 550 und K-5 off zwangsallin und verlasse das Turnier gegen einen gefloppten Flush auf Platz 25 oder 26. War wohl nichts mit Gewinnergefühl.
Aber es war wie immer spannend und hat viel Spaß gemacht.

